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Elektromobilität – Neue Chancen für Zulieferer

08
Apr
2016

 Es war kein Aprilscherz: In den Tesla-Autohäusern waren Anfang April Szenen zu sehen, als ob dort iPhones verschenkt würden. Mit der Vorstellung seines „Model 3“ hat Tesla auf die ganz große Pauke gehauen und nebenher bewiesen, dass E-Mobile auch unterhalb des Premium-Segments nicht mehr aussehen müssen wie das „Vierrädrige Gute Gewissen.“ Und in die Vorbestellerliste wurde nur eingetragen, wer gleich Tausend Dollar Anzahlung daließ! Derweil lässt Ferdinand Dudenhöfer sich zitieren, das Model 3 könne der Durchbruch des Elektroantriebs für den Massenmarkt werden.

 In Tesla´s Hup-Konzert beinahe untergegangen ist der Einstieg der Deutschen Post in die Fahrzeugproduktion: Nach der Übernahme der Firma StreetScooter soll diese so viele Elektro-Zustellfahrzeuge fertigen, dass die Kapazität auf Jahre allein für gelbe Kastenwagen ausgelastet sein wird. Dass Post- und Paketdienste Einheits-Fahrzeuge wie die kastig-braunen Pakettransporter von UPS bevorzugen, ist dabei keineswegs neu: Die Bergmann-ELS/BES1000-Serie gab es schon 1922 und die elektrischen Zustell-Dreiräder der Schweizer Post sind heute der gewohnte Anblick von Altdorf bis Zürich. Lautlos, spurtstark und wendig haben sie die Benzinmopeds binnen kurzer Zeit aus der Erinnerung getilgt.

 Währenddessen starrt die europäische Automobilindustrie in den VW-Abgasskandal wie Frierende in eine brennende Mülltonne. Es ist ein absoluter Compliance-Alptraum, daran bleibt nichts zu deuteln. Doch trotz aller Unkenrufe scheint die Marke Made in Germany unbeschädigt. Insgeheim weiß jeder: VW baut keine schlechten Autos, hier begegnet lösungsorientierter Erfindergeist realitätsfernen Öko-Normen! Es ist aber auch keinesfalls eine Sternstunde der Ingenieurkunst, wenn die deutsche Autoindustrie ihre Produkte “beim Kunden zu ende entwickelt.” Bislang hat den Autoherstellern ihre schiere Größe und Systemrelevanz ein Auskommen gesichert. Aus politischem Kalkül wird dem Auto durch die Grenzwert-Hintertür jedoch immer mehr die Luft abgeschnürt, koste es, was es wolle: Arbeitsplätze, Technologieführerschaft oder die Wirtschaftskraft des ganzen Landes. Aber ernstzunehmende Gegenwehr der direkt Betroffenen? …bislang Fehlanzeige!

 Es sollte gerade die Zulieferer der Branche nachdenklich machen, wenn jetzt eine unverkennbare, echte Welle der Marktdynamik um den Elektroantrieb derart vor den Augen der angestammten Platzhirsche vorüber zieht. Die Dimensionen ihrer Abhängigkeit kennen die Lieferanten doch, vor allem aus schlechten Zeiten. Das Straßenbild bestimmt nicht die Oberklasselimousine, sondern bezahlbare Alltags-PKW und universell einsetzbare, robuste, rollende „Werkzeugkästen“ für´s regionale Gewerbe. So könnten noch viele StartUps auf StreetScooter folgen und mit Innovationskraft Marktanteile besetzen. Klar, dass diese anders vorgehen werden, andere Bedürfnisse haben und in anderen Dimensionen denken, als die Großindustrie. Das eröffnet auch Chancen: für wandlungsfähige Lieferpartner und sogar solche, die noch nie auf den Schirmen von BMW, Mercedes oder VW aufgetaucht sind.

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